Antworten von Lorenz Gösta Beutin, DIE LINKE
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Sehr geehrter Herr Eckert, liebe Mitglieder des Väteraufbruch für Kinder e.V., ...
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| Lorenz Gösta Beutin, DIE LINKE |

Sehr geehrter Herr Eckert, liebe Mitglieder des Väteraufbruch für Kinder e.V.,
nun habe ich also endlich den Fragebogen ausgefüllt, und ich muss sagen, ich habe mich ein wenig damit schwergetan. Ich will das kurz begründen: Generell ist der Fragebogen auf die Rolle der Väter fixiert, was in der Logik Ihrer Organisation begründet liegt. Der Fragebogen lässt es durch das multiple-choice-Verfahren nicht zu, differenzierte Antworten zu geben, was bedauerlich ist.
Bei der ersten Frage wäre natürlich einzuschränken, dass dies für beide Elternteile gelten müsste, aber eine Beteiligung beider Elternteile im Falle einer Scheidung oder Trennung sich strikt am Kindeswohl orientieren muss (was bei der jetzigen Rechtssprechung nicht immer der Fall zu sein scheint).
Die Fragen 2 und 3 sind relativ eindeutig beantwortbar, aber bei der Frage 4 ist anzumerken, dass bei den Formen der Arbeitsteilung die gegenwärtigen Arbeitsverhältnisse eine gleichberechtigte Betreuung häufig verunmöglichen oder zumindest verkomplizieren. Es geht also auch um eine Veränderung in der Arbeitswelt, bspw. mit einer deutlichen Arbeitszeitverkürzung, dem aktuellen Trend entgegen. Dazu gehört auch die ungleiche Bezahlung von Männern und Frauen, die in Deutschland noch deutlicher als in anderen Ländern Europas ist. Diese Ungleichheit wäre ebenfalls zu überwinden.
Bei den Fördermaßnahmen möchte ich anmerken, dass diese eigentlich für beide Geschlechter gelten sollten. Generell ist der Ansatz des Gender-Mainstreaming richtig, nämlich die Überwindung der traditionellen Geschlechterrollen als Aufgabe von Politik und Verwaltung zu institutionalsisieren. Dazu gehört dann generell der Schutz von Männern und Frauen vor beruflicher Diskriminierung. Zwar ist es richtig, dass die gegenwärtige Krise Männer stärker trifft als Frauen. Doch liegt dies in erster Linie daran, dass „traditionelle“ Unternehmen aus dem verarbeitenden Gewerbe überproportional betroffen sind, in denen noch immer mehr Männer beschäftigt sind. Generell ist es aber so, dass von prekären Beschäftigungsverhältnissen und Hartz IV überproportional viele Frauen, darunter besonders Alleinerziehende, betroffen sind. Hier ist also auch dringend Abhilfe geboten.
Generell muss meiner Ansicht nach Geschlechtergerechtigkeit – und damit auch das Recht von Vätern auf Erziehung und Nicht-Diskriminierung im Beruf – Bestandteil einer allgemeinen, also auch sozialen Emanzipation sein, für die unsere Partei steht.
Mit freundlichen Grüßen
Lorenz Gösta Beutin, 21. Juli 2009
